Zickenterror und kleine Männer

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December 27, 2010 by Syd

Gut, es war Weihnachten und nachdem man nun den Urlaub genießen darf, schwingt man sich als Familie samt Besucheranhang mal eben in das öffentliche Nahverkehrsmittel (wir erwähnen die 17 min Verspätung nicht, man hat ja so Nahverkehrsverbundene Freunde, nicht wahr @eldersign?) und macht sich auf, den Kleiderschrank mit neuen Dingen zu bestücken. Ein guter Plan, denn pünktlich nach dem Fest wird die Winterkollektion zur Hälfte verkauft, was des Schwaben Einkaufsseele streichelt. Wäre alles ein guter Plan gewesen, man hat ja auch an alles gedacht: Mit dem Bus in die Stadt, also kein Parkplatzgesuche und einenEinkaufszettel gegen allzu große Ausschweifungen hat man auch gemacht.

Der Nachwuchs entschwindet auch sofort das Patentantengeld gewinnbringend in ein Wii-Spiel zu investieren und zurück bleiben drei Erwachsene, die vllt doch gleich mit Wodkatrinken hätten beginnen sollen, statt dreisterweise Klamotten kaufen zu wollen.

Nach drei Stunden Terror an allen Fronten, stellt man folgendes fest: Die durchschnittsdeutsche Frau muss nach meinen Berechnungen unter 1,70m groß sein, trägt definitiv Kleidergröße 38 und größer, und hat, wie meine Großmutter sagen würde, einen Atombusen, jedenfalls ihrer BH-Größe 90DD nach zu schließen. Fürderhin scheint sie auf quietschgrüne Plastikbrillen zu stehen und Overkneestiefel zu tragen, deren Wadendurchmesser dem eines Oberarmes eines Kleinstadtbodybuilders  zu entsprechen scheint.

Der durchschnittsdeutsche Mann ist auch ganz bestimmt unter 1, 80 und hat ganz bestimmt auch eine Schuhgröße unter 43, verfügt über ein Wohlstandsbäuchlein oder trägt eben gerne die Hosen in den Kniekehlen. Ausserdem kann er nur in neongrün Ski fahren gehen.

Sollte man diesen Maßstäben nicht entsprechen, sollte man besser draussen neben Fiffi Platz nehmen, statt ein durchschnittsdeutsches Geschäft betreten. Der Kommentar: “Sie können ja das Ausstellungsstück haben, diese Modefritzen stellen ja dafür so Kindergrößen her!”, den schiebe ich mal besser auf die Verdauungsprobleme nach zuviel Weihnachtsgans der solariumgebräunten Verkäuferin. Die verachtenden Blicke der Miteinkäuferinnen ignoriert man auch gekonnt. Die “Brett mit Warzen”- Nummer übelgelaunter Geschlechtsgenossinnen ist man ja seit Jahren gewohnt. Den Frevel mit sich zwei Männer, mit jeweils knapp zwei Metern Körperlänge, die auch noch Hosen kaufen wollen, mitzuschleppen, verzeiht einem allerdings jede noch so nette Verkäuferin dann nicht mehr. Nach den drei Stunden Einkaufsterror treffen sich dann zwei gutgelaunte Videospielkäufer mit drei Erwachsenen in einer Kaffeekette wieder, die Gott sei Dank keine Zutrittbeschränkungen für dürre Frauen und übergroße Männer kennt, aber leider keinen Schnaps führt.

Wer mir noch einmal mit Mitleid für übergewichtige Frauen kommt, dem biete ich an, einen Tag mit mir zu tauschen, denn keine Frau, der der Weihnachtsbraten doch was ausmacht, bringt offenbar Toleranz für Geschlechtsgenossinnen auf, die keine Diät ausrufen müssen. Spargelstangen sind nämlich in der Minderheit und damit zum Abschuss freigegeben. Selbiges gilt denn auch für Männer, die keine kleinen Füße und lange Beine haben. Welcome to my world.

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