Day 32 Twuebieltopia, Terror und Tomatensalat

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February 20, 2011 by Syd

Vor nicht geraumer Zeit hätte ich mir ein Leben abseits des Tübinger Mikrokosmos wenig vorstellen können. Ein Besuch im Herzen twuetopias ist denn auch immer eine schöne Sache….wenn da nicht, ja, ihr ahnt es…einiges so anders lief als geplant.

Freitag, Ankunft in Grautopia, gefühlte zehn Grad minus, Regen, kein roter Teppich

Nach dem Aussetzen des talentierten Nachwuchses, einer illustren Dachbodenabnahme und der Illusion die Zeit reiche für alles, schaffte ich es rechtzeitig die  intelligenteste Community Tübingens in die Ärmchen zu schließen. Gut bedauerlicherweise fehlte Personal. Dann ging’s los. Essen, aber fix und das Vegandrama nahm seinen Lauf.  Da war die Sache mit dem Zwiebelsalat, der mal ein Tomatensalat werden wollte. Der arme Kleine, der mir in der Manufaktur vor die Nase gesetzt wurde, hatte sich durch die Küche gekämpft, war einer Heerschar von Zwiebelringen unter die Räder gekommen, wurde mit Oregano traktiert und fand sich vor einer hungrigen Syd wieder. Leider hatten die armen Tomätchen schon eine allzu frühe traumatische Trennung von ihrer holländischen Mutterpflanze hinter sich, die ihnen einen totalen Geschmacks- und Farbverlust als Folgeerkrankung einbrachte, welche das ebenfalls anwesende Pizzabrot vor Mitleid hart werden ließ.

Wenigstens war die Gesellschaft bei ihrer Beerdigung illuster. Nerds, die ihren ewigen Stellungskrieg zwischen Apple- und Androidprodukten pflegten, sich in gemeinsamer Feindschaft zu Bill Gates allerdings wieder vereinigen ließen. Wäre das Tomätchen nicht schon im Sterben gewesen, es wäre nachträglich rot angelaufen in Anbetracht der Nerdbrillenversammlung, Hightechastronauten und Quotengeekfrauen um seinen Porzellansarg. Man stelle aber fest, auch Nerds haben Fehler und so gesellte sich zur Afterbeerdigungsparty denn auch schnell wieder ein langhaariger Fotograf dazu, der aus Versehen die falsche Speicherkarte in seinen Apparat eingebaut hatte. Fazit des Abends: Gin Tonic kann man tatsächlich ÜBERALL trinken.

Samstag, Notopia, schweinekalt, Tübingen wird Bielefeld

Der nächste Tag sollte wie immer einer dieser Samstage werden, an denen man gemütlich eine kleine Konferenz abhalten kann, Kaffee mit den Weibern trinkt und abends mit Tequila absackt in der Bronx dann…aber die Rache der toten Hollandtomaten schlug erbarmungslos zu. Das schlechte Karma äußerte sich in Baumfällern, die sämtliche Zugangswege zur alten Wohnung abgeriegelt hatten, als würde Barack Obama im Garten picknicken wollen, sowie in übereifrigen “Don’t ruin my fucking schedule” Fahrten, bei denen unterwegs glatt mal ein paar Vesperbrettchen und einige Tshirts bei der Anästhesistin blieben. Am Ende entschied ich mich dann dafür, dass wenn alles nix wird, dann schreibe ich eine Fortsetzung von “Mit dem Kühlschrank durch Irland” mit dem Titel “Lost-a fridge in twuetopia”.

Der ursprüngliche Lieferort für besagte Lebensmittelkühlanlage hatte sich in ein menschliches Bielefeld verwandelt, weitere potentielle Abnehmer taten ihr Leid kund, dass sie so gar keinen Platz für sowas haben und das Schwäbische Tagblatt trollte sich nach anfänglichem Interesse auch mal schnell. Überhaupt waren auf einmal fast alle Tübinger irgendwo verschwunden. Ich sollte das wohl persönlich nehmen. Note to myself: Deshalb lädt dich nie jemand ein….Zwischen Pfrondorf und der Wanne jedenfalls war über Nacht ein Bermudadreieck entstanden.

Muss ich noch erwähnen, dass man wenigstens ein brillantes vegetarisches Sandwich im Saints and Scholar’s bekommt?

Sonntag, Narrenfreiheit und Bielefeld ist überall…

Vielleicht hatten die entschwundenen Tübinger aber auch einfach Angst vor den Narren, die meinen Weggang von Tübingen zu einem Spießrutenlauf machen sollten. Kein Weg in die Innenstadt war frei, Gegröhle von allen Orten, an Züge brauchte kein Mensch mehr zu denken und das fucking Konfetti wird bleibend sein. Am Telefon verstand man gleich niemanden mehr. Dem Himmel sei Dank kam der Protagonistin, sprich mir die weise Eingebung (Google calendar, jawohl läuft), dass sie eigentlich hätte seit einer Stunde an einem Terminal in Stuttgart stehen sollen und so endete der illustre Ausflug über einen nur leicht abwegigen Abstecher nach Echterdingen in einem gemütlichen Auto in der Bronx, mit Gästen im Gepäck und endlich dort, wo ich mich mit heißer Sojaschokolade über den verpassten Kaffee mit anderen trösten kann. Denn eins steht fest: Den Murmeltierverein da, kann man nicht lange alleine lassen. Kaum sind die Botschafter aus der Stadt  verzetteln sich die Fotografen,  schwule Hundefriseure kämmen noch schwulere Hunde und Tomatensalat ist dort  lieber ein Zwiebelsalat…irgendwas stimmt in diesem Ort nicht mehr! Da fehlt mein Chaos eindeutig!

Fazit: Nichts was eine Tasse heißer Caroba mit Soyasprühsahne und Karamellsplittern (love it) nicht lindern  kann und Gin Tonic kann man überall trinken. Dann nächstes WE nochmal dat Janze . Packen wir lieber die Sprühsahne ein, die gebe ich dann gerne auch in Echterdingen beim Check-In ab.

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One thought on “Day 32 Twuebieltopia, Terror und Tomatensalat

  1. […] aus meiner Linse, entstanden beim 2010er RACT-Festival. Darum musste mich etwas vorfristig von der Twuetopia-Reunion verabschieden um abermals ein paar Bilder von der Band zu schießen. Diesmal im Mancuso, wo die […]

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