Beat

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April 19, 2011 by Syd

Es ist der Moment. Der Moment, in dem das Herz einem bis zum Halse schlägt, sich jeder Muskel verspannt, das Rauschen in den Ohren beginnt. Es zuckt unruhig vor den Augen, das Atmen schmerzt. Alles schreit, jede Synapse brüllt “Weglaufen!” Doch das Kommando läuft ins Leere. Es ist der Moment in dem alles verschwimmt, die Kontrolle ist unbesetzt. Schild draussen: Wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Im Kleingedruckten wird der Insolvenzverwalter schon mal vorsorglich genannt.

Du stehst, fällst, alles zusammen. Der Sekundenzeiger pocht höllenlaut in deinen Ohren. Hat nicht einmal dieser irre Hamburger Künstler dir aus Peter Hoegs Werk vorgelesen. Das mit dem Waisenhaus, wie hieß das blöde Buch nochmal? Zeit. Das Telefon klingelt, irgendeines, es ist nicht deins. Und immer noch Starre, es klammert und klammert. “Lauf!”

Der Plan von der Abschaffung des Dunkels, so hieß es. Das Buch. Das mit der Zeit. Nichts bewegt sich, dabei geht dein Atem, ist es noch deiner wie der eines Langstreckenläufers und dein Puls, dein Puls er rennt gegen den Atem, gegen dich, gegen den Sekundenzeiger.

Deine Augen brennen. Wann hast du eigentlich angefangen zu weinen? “Niemals kann man ein Kind verlassen, ohne sich selbst ins Verderben zu stürzen, niemals, das ist eine Regel, gegen die man selbst nichts ausrichten kann.” Das hat er dir vorgelesen. Wann war das eigentlich? Und wieso denkst du jetzt darüber nach? “Lauf!” Gibt es Stillstand, der so kreischt? Neben Dir stellt jemand eine Kaffeetasse auf den Tisch. Hat der eben was gesagt? Er lächelt. Er gießt sich Kaffee ein. Kaffee ist immer gut. Irgendjemand lacht laut. “Aufgeregt?” Der Geräuschpegel aus klappernden Tassen und warum trommelt der so laut dahinten, da da irgendwo…Es dröhnt, alles durcheinander. Löffel in Tassen, Schnürsenkel die zugebunden werden, lachen, hüpfen, es dröhnt und dröhnt und dann ist alles leise.

Irgendjemand bewegt dich. Du läufst. Jetzt. Irgendwohin. Er lächelt neben dir, springt auf und ab. Falsche Richtung. Da drückt etwas auf deinen Brustkorb, stemmt sich dir entgegen. Keine Luft, verschluckt. Magensäure steigt auf….du willst kotzen, jetzt gleich. Aber auf einmal, hey du läufst ja noch und ja, das ist, das ist kein, es ist ein Rythmus, es ruft, zart noch, aber es ist einer. Und deine Beine gehen ihn mit. Die Trommeln sie rufen und dann, dann geht alles. Du musst nur mitlaufen.

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