Tell me would you kill….

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October 7, 2011 by Syd

Auch dem uncholerischsten Menschen muss doch ab und an so ein Film im Hirn ablaufen, bei dem als Dauerschleife “Kill!” draufsteht. Nun, meine liebe Großmutter, Meisterin bildhafter Sprache und somit Hauptverursacherin meiner kryptischen Sprachzustände, sprach einmal: “Mord im Geiste ist erlaubt. Es gibt noch keinen Tod, den dein Großvater nicht gestorben ist in 50 Jahren Ehe.”
Abseits dieser reichlich intimen Einblicke in das Liebesleben meiner Großeltern, hat die alte Dame ja recht. Und weiß Gott samt seinen Erzengeln, ich habe gesündigt. Alleine in den letzten drei Tagen sind so einige Menschen eines verdammt finsteren Todes gestorben. Virtuelle Kreuze pflastern meine Neuronenautobahnen.
Dazu brauch ich kein Counterstrike. Dazu bedarf es nur total durchgeknallter Mitmenschen, die meinen, dass ein leichenähnlicher Gestank mittels noch katastrophalerer Duftspender zu übertünchen wäre.Selbige Mitmenschen liegen auch umgefallen neben dramatisch großen Schränken und verstehen den Unterschied zwischen Vermietern und Mietern derselbigen nicht. Abseits davon auch wenig anderes.
Und dann gibt es da noch die Dauerunterbrecher. Menschen, die ganze Meetings mit ihren Jugenderinnerungen, ihren spontanen hormonellen Anfällen plattwalzen, als wäre man beim Treffen des Heimatvereins Östlichstes Oberland. Abteilung Veteranen aus der Vorzeit. Aber nicht genug. Man gönne den Menschen ja ihre nostalgische Verklärung ihrer Jugenderinnerungen samt Gauleiter an der Wohnzimmerwand. Nein, genanntes Personal schafft es in jedwede Unterhaltung seiner Mitmenschen ein komplett anderes Thema einzubringen. Man redet über Seife, es stöhnt und wirft ein: “Ja, aber das Gespräch gestern mit sowieso war anstrengend.” Ein irritierter Blick später. “Was meint ihr jetzt?” Ja, zu was? Wasser und CD oder doch lieber Just Different von Hugo Boss?
Aber eine Meinung ist ja eh nicht gefragt. Das Ganze ist ja nur eine Auftaktmethode weitere Erkenntnisse aus achtzig Jahren Lebenserfahrung einzuwerfen. AGGA. Für einen Choleriker wie mich, der ohnehin schon genervt von der Nölstimme seines Nebensitzers das Ganze mühsam ertragen kann, ist das wie Geodreieck auf Tafel, wie Butter von oben runterkratzen, wie Sojamüsli im Tourbusbett, wie Warten auf den Bus, wie scheiße nochmal, wie die Vereinigung sämtlicher Volksmusikvereine in meinem Hinterhof, wie Bayern 2 am Morgen, wie Tosca, wie genau, äh Moment. Hat bitte einer für mich ein Bier? Schnaps? Whisky? Mist, es kommt ja Besuch. Also tief durchatmen. WEHE, wehe der kann heute nur ein Selleriestängelchen essen, wehe es kratzt den Bart, oder….die scheißverfluchte Butter von oben ab..ja, I would kill. But only in my mind. Boom.

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