Patrona St. Martin

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November 11, 2011 by Syd

Im Land des morgendlichen Isarnebels und  nachmittäglicher Straßencafeorgien mochte statt des Winters bislang nur Sankt Martin durch die Straßen reiten. Er durfte schließlich nicht durch den Wald. Die Forstvorschriften machten St. Martin den Garaus. Ja, vorbei ist es mit den Heiligenlegenden. Heuer muss man komische Telefone im fünften Gewand verkaufen, ein bisschen Bibelfolklore mit Adam und dem Apfelchen draufpacken und zack-fertig ist der Messias. So als reitender Heiliger wird man heute von Forstwirten aufgehalten, damit man den Boden nicht umtrampelt. Ja, damals, zu Martins Zeiten, da gab man noch sein Mäntelchen her und fror mit. Heuer reicht fürs gute Gewissen ein paar Cent mehr für die Bergbauern. Transfairmilch, made in Bavaria.

Ansonsten hat sich ein gewisser Peter Gauweiler hier angekündigt um über die bayrische Zukunft des Euros zu spekulieren. Mir san schließlich mir. Wir brauchen unsere Mäntelchen, falls der Winter doch noch kommt. Ausserdem, seit wann schneits in Griechenland schon? Und wenn, trinken doch eh alle Ouzo, da wirds einem warm. Was schert einen Bayern schon der Rest der Welt. Ist St. Martin nach Haiti gesegelt? Hat er etwa die hungernden sibirischen Bauern unterstützt? Nein, der blieb doch auch in seinem schönen Fronkreisch.

So jedenfalls ist die Welt in Bayern. Gmiadlich. Deshalb geht es uns hier auch so gut. Obwohl ja heuer die Wohnungsnot in München, dank Gentrifizierung, ja der Bayer ist eloquent,  einen Rudolf Mosha..äh St. Martin auch wieder nötig machen würden. Wo doch die armen Studenten, vertrieben durch mäandernde Seniorenstudenten an der LMU, bald ihre Lager samt Tonnenfeuer an der Isar anzünden werden.  Aus der idyllischen Entfernung des Münchner Speckgürtels bleibt der heilige Martin deshalb auch lieber bei uns, samt Ross und sein Mäntelchen kann man unbeschadet nächstes Jahr wieder verwenden. Studenten, san eh olle Preissn.

Ja, der St. Martin. Möge er in Frieden ruhen. Heute wär er out neben all den Bonos, Geldofs und anderen “Wohltätern” dieser Erde. So ein Mäntelchen neben dem teueren Aufwand den eine Angelina Jolie für all die Kinder betreiben muss. Ja, hätt ers halt bei Kik gekauft. Den gibts hier bald auch. Also nachdem die Volksseele Bushido endlich seinen Bambi gönnt. Hat der Mann es doch tatsächlich geschafft, dass manche sich ganz doll integriert haben. Ja, also in Bayern nicht, aber irgendwo da in äh Kreuzberg oder so. Gemeinsamer Schwulenhass scheint die Integration in Randgruppen zu fördern. Oh Sankt Martin, schicke uns deinen Mantel, auf dass wir uns die Augen zubinden können, ob all dieser Helden der Neuzeit.

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