Oh Germany….no country for a president.

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January 3, 2012 by Syd

Während in Ungarn die Demokratie abgeschafft wird, auf Haiti immer noch Häuser und Wasser fehlen, während in diesem Jahr wieder unsagbar viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden werden, ärgert sich Deutschland am allermeisten über einen Privatkredit seines einflusslosesten Repräsentationspolitikers. Hat er sich nun Geld von ihr oder eher von ihm geliehen, hat er tatsächlich in deren Haus statt in der Pförtnerhütte der Geerkens Urlaub gemacht? Hat er tatsächlich den “armen” Herr Diekmann davon abbringen wollen, selbiges zu veröffentlichen? Und dabei was über einen Rubikon gefaselt?
Während andernorts ein Präse sich jahrzehntelang mit dem Hüpfen durch die Betten jedes verfügbaren Häschens fit hielt, noch ein wenig weiter östlich eine Pappfigur dafür herhalten muss, dass ein anderer seine Präsidentenlaufzeit überzogen hat, ja da muss sich der deutsche Wutbürger doch mal wenigstens mit sinnlosen #hashtags, noch besser mittels öffentlichem Geifern über seinen Bundespräsidenten aufregen. Wer Stuttgart 21 nicht verhindern konnte und die Mama Merkel nicht los wird, der wird doch wenigstens den Bundespräse loswerden dürfen, jetzt, da Karl-Theo sich leider selbst das Stühlchen abgesägt hat, Westerwelle nicht mehr in Erscheinung tritt und die anderen fürs Tomatenschmeissen zu farblos sind.
Man verstehe mich nicht miss. Der Typ war noch nie mein Präsident, Gauck wär’s aber auch nicht gewesen, aber meine Entrüstung reicht nicht bis zum Anrufbeantworter des Führungspersonals der heimischen Schmuddelpostille. Pressefreiheit für die Bildzeitung. Ja, äh genau. Und während man so urlaubsbedingt durch die timeline seiner SocialMediaseiten stolpert, kann man sich also gediegen einen Kaffee eingießen. In einer Republik, in der man kurzerhand das Amt des Bundespräsidenten für obsolet erklärt, ticken die Uhren noch richtig, ob die Schrauben angezogen sind ist eine andere Frage.
Deutschland, du brauchst kein Winterjäckchen, dir gehts einfach zu gut. In diesem Sinne, deckt die Kaffeetische, packt den Marmorkuchen aus, morgen wird garantiert irgendwo ein Politiker falsch husten, Urlaub statt im Fichtelgebirge bei einem Freund mit benefits machen, seine Flugmeilchen falsch verwenden oder einen Bahnhof bauen müssen, den er nicht leiden kann, damit man sich genüsslich auf ihn werfen und sich selber moralisch überlegen fühlen kann. Zum Glück urlauben wir alle unter der Neckarbrücke, borgen uns privat niemals Geld und unser Privatleben posten wir eh freiwillig. O tempore, o mores.

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