Single Bells II-Merry christmas, mir scheint die Sonne aus dem….

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December 26, 2012 by Syd

Ja, da gab’s doch mal so nen Film, nicht wahr? Mit der Omama und der Weihnachtsgans und der besoffenen Hauptdarstellerin.

Im Jahre 2012 nachdem die erste Beziehungskatastrophe der christlichen Berichterstattung ihren Höhepunkt fand (Patchworkidylle unterm Christbaum mit obdachlosen Schäfern und Leuten, die Sternchen sehen-könnte ein Ire geschrieben haben), kam es auch dieses Jahr wieder zu den allüblichen Katastrophen, die ich mir bewusst nur per Telephon reinziehe, allenfalls nehme ich gestrandete Flüchtlinge solcher Katastrophen bei mir auf.

In Bayern feierte eine Familie zwar unter dem selben Dach, aber weiß das Christkind, sicher nicht miteinander. Auf Hawaii entzündete sich eine Beziehungskatastrophe samt Last-Minute-Flug nach Dublin mit einer Weiterfahrt zu mir um die seit einem Jahr brodelnden Beziehungsprobleme, die sich dann an der Einladung der Schwiegereltern entzündeten und gewinnbringend in einem emotionalen Atomkrieg entluden. Mele kamiki also dieses Mal in Irland statt Aloha. Scheidungsanwalt X wird also sein Geld im Skiurlaub locker verbraten können, es gibt nen neuen Job.

Anderenorts betranken sich Menschen aus gleichen Gründen sinnlos um apokalyptisch-depressiv das Fernsehprogramm statt Kekse und Truthahn zu bewundern.

Es reihten sich Fressnarkosen an cholerisch-hysterische Mitteilungen über den Geisteszustand der immer nachtragenden Großmutter, melancholisch-verheulte Endzeitbotschaften an mindestens ebenso emotionale Schreiereien via Telefon.

Jedes Jahr aufs Neue, darf ich mir das zum Glück nur noch von aussen anschauen. Nein, ich feiere Weihnachten nicht mehr mit den Lieben, die ich das ganze Jahr schon nicht leiden kann und nein, ich versalze mir Weihnachten nicht mit dem Knabenchor aus Oberkärnten via CD Beschallung und Großmutters Lamenti darüber, dass ihre durchaus musikalischen Enkel ihr nicht “Süßer die Glocken” trällern und das verzogene Enkelpack mal wieder kein “Niklaus war ein guter Mann” auswendig aufsagt, nur um die Handtücher für die Aussteuer geschenkt zu bekommen, über die man sich dann natürlich mal wieder, undankbares Pack, zu wenig freut. Nein, ganz obendrauf wissen die neunmalklugen Enkel dann auch noch zu berichten, dass Nikolaus eh zur Kommerzscheiße von Coca Cola verkommen ist. Mayas, warum ist die Welt nicht untergegangen. Muss man nicht haben, Karte reicht auch.

Keine fette Gans mehr, die mich den Rest des Tages halb mit Brechreiz versehen durchhängen lässt. Keine siebenhundert trockenen Marmeladenkekse mehr und keine heiligen Gesichtlein beim Weihnachtsbaumbewundern. Wie habe ich das nur überlebt?

Und siehe da, nach Abschaffung all des Dramas, hat man Weihnachten. Die Tanne fällt um (Danke Fischel, dein Hund ist ein Teufel, ehrlich), da man statt Oma sämtliche Hunde beaufsichtigt, es gibt sogar Truthahn, aber Drama? Nein.

Nur in der Leitung und ab und an von den geflüchteten Besuchern vernimmt man das Donnergrollen der gar nicht so heiligen Familiennacht. Zwischen dem Weihnachtsoratorium plärrt dann doch jemand was von joint custody in sein Telefon und ab und an trudeln betrübliche “Ich hasse sie alle! Nächstes Jahr komme ich nach Irland!” bei mir ein.

Single bells, Weihnachten mal anders? Das ist doch nur was für die, die kein Zuhause haben. Nö!

Jawohl. Schluss mit den Schwiegereltern, die einen nicht mögen, Aus mit dem ganzen Firlefanz? Aber vielleicht ist Oma dann sauer? Man glaube mir, Omas haben den Weltkrieg überlebt und die Erfindung des Farbfernsehens, sie haben überlebt, dass man nicht mehr unschuldig und jungfräulich im weißen Kleidchen den einen Typen heiratet und dann Kinder bekommt. Sie überleben auch, wenn man Weihnachten endlich mal zur besten Zeit des Jahres macht, auch wenn meine mich verdächtigt, nach Irland ausgewandert zu sein nur um mich vor der Familie zu verstecken…(könnte genau bei dieser Äusserung auch was dran sein)

Aber werden sie nicht alle sauer sein? Man frage meinen Anwalt, der ansonsten bei uns war und dieses Jahr endlich mit der Ausrede es würden keine anderen Flüge gehen Weihnachten in Thailand verbringt, statt stundenlang bei Muttern auszuharren, bis er endlich gehen durfte. Merry christmas, mir scheint die Sonne aus dem Arsch! war dann auch die merrieste Botschaft von aussen, die ich vernahm. Und richtig, sie kam aus Thailand.

Vielleicht im nächsten Jahr….mal anders….mal woanders….mit wem anders….????Sind ja nur noch 363 Tage bis dahin.

Für Weihnachten nächstes Jahr wünsche ich mir nur eins: Noch mehr “Merry christmas, mir scheint die Sonne aus dem A.!” Nachrichten

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